Kulturnachrichten aus Ober-Ramstadt

Ober-Ramstadt: Gründung des Autoherstellers Röhr vor 90 Jahren

Werner Schollenberger

Vor 90 Jahren, am 30. Oktober 1926, wurde die Röhr Auto AG durch Übernahme der Falcon Automobilwerke AG und deren Werksanlagen in Ober-Ramstadt gegründet.

Der Ober-Ramstädter Autohersteller Röhr gehörte kurze Zeit nach seiner Gründung zu den innovativsten europäischen Autoherstellern und der Röhr 8 revolutionierte in vielerlei Hinsicht den Automobilbau. Bis zu 800 Menschen fanden in den besten Zeiten Arbeit bei Röhr. Das Unternehmen geriet allerdings Mitte der 1930er Jahre endgültig in finanzielle Schieflage und musste die Produktion einstellen. Rund 4000 Fahrzeuge verließen bis dahin die Ober-Ramstädter Fertigung. Zur Geschichte der Röhr-Werke wurden nun, nach langer Suche und Recherche, im Automobilhistorischen Archiv von Werner Schollenberger (Ober-Ramstadt), bisher nicht bekannte, sensationelle Unterlagen zusammengetragen.

Die in unterschiedlichen Sammlungen entdeckten Unterlagen und Dokumente rücken manche Fakten zur Röhr-Geschichte in ein anderes Licht.

So beweisen, teilweise durch Unterstützung der Automobilhistorischen Gesellschaft (AHG),  entdeckte Akten, längere Fusions-Verhandlungen von Röhr Auto AG und Neuen Röhr Werke AG mit anderen Autoherstellern. Von der Gründung bis zum Vergleichsverfahren sind die Geschäftsabläufe auf vielen hundert Seiten festgehalten. Verkaufszahlen sowie Besitzerlisten belegen die Verbreitung der Marke und bislang unbekannte Fotos geben neue, überraschende Einblicke auf das Geschehen.

Wie die Dokumente bestätigen, gehörte Röhr für eine kurze Zeit zu den festen Größen des deutschen Automobilbaus. Das Ende begann mit der Produktionseinstellung des Röhr Juniors im März 1935. Mit der Abwicklung der Neuen Röhr Werke AG in den frühen 1940er Jahren, war die Hoffnung eine große Automobilstadt zu werden, in Ober-Ramstadt endgültig gescheitert. Der Zweite Weltkrieg hatte da schon begonnen und die Menschen sorgten sich um ganz andere Dinge…!

Das Werk im Ochsenbruch nahm nach Übernahme durch die MIAG (Mühlen Industrieanlagen Aktien Gesellschaft) 1937 eine wechselvolle Geschichte. Die Firma Noll & Monnard führte dort noch lange Wartungen an Röhr-Wagen durch, die MIAG arbeitete im Krieg für die Rüstung.

Nach dem Krieg besetzen die amerikanischen Streitkräfte den Betrieb und richteten dort mit dem Tire Depot das größte Reifen-Runderneuerungs-Werk der NATO in Europa ein. Dieses unterhielt zum Schluss die Firma MIP im Auftrage des US-Militärs. Nach Ende des „Kalten Krieges“ wurde das Werk im September 1993 endgültig stillgelegt. Die zuletzt noch 160 Mitarbeiter mussten sich andere Arbeit suchen. Die Anlagen wurden demontiert, die Gebäude verfielen.

2005, mit Gründung der Stadt Entwicklung Gesellschaft (SEG), rückte das  inzwischen durch Vandalismus stark in Mitleidenschaft gezogene Gelände wieder in den Blick der Öffentlichkeit.

Die meisten der historischen Gebäude wurden dem Erdboden gleich gemacht. Es entstand ein Baugebiet mit über 170 Häusern. Heute erinnern nur noch die Bezeichnung RöhrWerk und Aufschrift eines Briefkastens an der Villa-Röhr an die große Vergangenheit des Ortes.

Ist den dort lebenden Familien bewusst, dass ihr Wohngebiet rund um den „Mühlen Industrie Aktien Gesellschafts-Park“, kurz MIAG-Park, einst das Fabrikgelände des Autoherstellers Röhr war? Vielleicht ahnen nur wenige Anwohner was Unterlagen, Archive und Automobilhistoriker bestätigen: Hier nahm vor fast genau 90 Jahren mit der Röhr-Auto AG ein wichtiges Stück Technikgeschichte seinen Anfang. Es sollte nicht vergessen werden!

Weitere Informationen gibt es unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

 

 

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