Kulturnachrichten aus Ober-Ramstadt

Lesung der Schreibwerkstatt und der Wortgangster

Spannendes Lese-Experiment der Gruppe 70+ und Jugendlicher

Eigener Bericht. Von Hildegard Fischer-Weckermann, Nicole Lange-Menz, Ulrike Maier
 

In der Petri-Villa gab es gerade eine Premiere: Die Schreibwerkstatt Ober-Ramstadt und die Wortgangster hatten am Mittwoch (7.10.2015) zu einem gemeinsamen Lesemarathon eingeladen – und die Lesung wurde ein großer Erfolg. Zur Schreibwerkstatt, unter Leitung von Brigitte Steckl-Quäl, zählen Autoren aus der Generation 70+. Und die Wortgangster? Dahinter verbergen sich, geleitet von Lehrerin Nicole Lange-Menz, zwölf- bis vierzehnjährige Jugendliche der „Kreativ Schreiben AG“ von der Christoph-Georg-Lichtenberg-Schule in Ober-Ramstadt.

Ein interessanter Lese-Nachmittag in der Petri-Villa: Brigitte Steckl-Quäl begrüßt die Zuhörer.

 

Zu Beginn der Lesung begrüßte Brigitte Steckl-Quäl die Zuhörer in der Petri-Villa.  „Wir von der Schreibwerkstatt haben uns gefragt, ob wir einmal etwas zusammen mit Jugendlichen machen könnten. Wir waren gespannt, ob das funktioniert, wenn die eine Gruppe 70+ ist und die andere Gruppe sind Zwölf- bis Vierzehnjährige. Aber offensichtlich klappt das bestens. Deshalb freue ich mich, dass bei der Lesung heute auch junge Menschen mitmachen.“
 
Nach der Begrüßung lasen im ersten Teil der Lesung Mitglieder der Schreibwerkstatt aus ihren Texten. Von ihnen handelten einige davon, wie es früher einmal war. Der thematische Bogen war weit gespannt. Die Geschichten reichten von der witzigen Beschreibung nächtlicher Schnarch-Geräusche über das Ziehen des ersten Weisheitszahns bis zum Latweje-Kochen oder dem Besuch eines Bauernhofs, um beim Kalben einer Kuh dabeizusein. Wer da wen beobachtete, die Kuh die Dame von der Stadt oder umgekehrt, löste Schmunzeln aus.

 

 

Ernst-Erich Pollmeier erzählte von seinen ersten Erfahrungen mit der Elektrizität.

 

Auch zwei besondere Gäste waren bei der Lesung: Ernst-Erich Pollmeier (Seniorenbeirat) und Willi Rodenhäuser (Derrabbel). Ernst-Erich Pollmeier trug in einer humorvollen Geschichte vor, wie er als kleiner Junge zum ersten Mal mit Stecker, Steckdose und Elektrizität zu tun hatte – und später Elektroingenieur wurde.

 

Willi Rodenhäuser (stehend, im beigen Pullover) trug heitere Geschichten von Robert Schneider vor.

 

Willi Rodenhäuser brachte mit seinen auswendig vorgetragenen Geschichten von Robert Schneider – inklusive der Geschichte vom Hahn und seinen Hennen – die Zuhörer zum Lachen.   Nach dem ersten Teil der Lesung gab es eine vergnmügliche Pause, unter anderem mit selbstgemachtem Apfelmost  aus der Goldpamele. Und dann folgten die Wortgangster.
 
 
Wortgangster glänzen durch Vielseitigkeit

Von Nicole Lange-Menz und Ulrike Maier
 
Mit Tuba und Posaune leiten sie ihren Teil bei der Lesung ein, die jungen Autoren der „Kreativ Schreiben AG“ der Georg-Christoph-Lichtenberg-Schule aus Ober-Ramstadt. Die Autorinnen und Autoren nennen sich selbst „Wortgangster“ und der Funke springt sofort auf den gut gefüllten Saal in der Petri-Villa über. Amüsiert lacht das Publikum, als beim launigen Sketch „Missverständnis international“, die Tücken fehlender Geografiekenntnisse aufgezeigt werden, geschrieben von Jungautorin Hannah und souverän von der Gruppe in verteilten Rollen vorgetragen.
 
Unter der Leitung der Lehrerin Nicole Lange-Menz treffen sich die „Die Wortgangster“ seit über einem Jahr einmal die Woche zum gemeinsamen Schreiben und Vortragen. Wer Spaß am Schreiben hat, ob Lyrik oder Prosa, ob im Partnerprojekt oder zur Selbstreflektion, hier findet jeder Textschaffende ein Forum und Gleichgesinnte.
Außerdem treffen sich die 12- bis 14-Jährigen regelmäßig mit den erfahrenen Schreibkollegen aus der Petri-Villa. Durch sie wurden die Jugendlichen motiviert, am Lesemarathon 2015 in Ober-Ramstadt teilzunehmen und die jungen Leute stellen sich dieser Aufgabe in beeindruckender Weise.
 
Da ist Paul, der in gereimter Form und hervorragendem Lesestil Italiens kulinarische Seite skeptisch betrachtet. Moritz, der Hüne in der Gruppe, fragt in charmanter Erzählform „Warum Italien?“ als Urlaubsland eher kritisch zu betrachten ist. Er bringt viel Heiterkeit ins Publikum, in dem er Klischees von Oberlippenbärten, fehlender Frühstückskultur, ständigen Hupkonzerten und dem ewigen Buon Giorno auf die Schippe nimmt.
 
Nach einem gefühlvollen Klavierstück beeindruckt Amira mit einem kleinen, aber feinen Gedicht. „Sommer satt“ zeichnet in knappen Worten ein idyllisches Urlaubsbild und „traut sich zu sagen: ... zu viel Sommer im Süden kann man auch nicht ertragen“. Nicole Lange-Menz wiederum träumt sich dichterisch auf eine Reise durch die Alpen und schlägt dabei den Bogen von Hannibals Elefanten über Goethes Reisen zu einzigartigem Naturerlebnis, das uns zeigt, wo der Mensch als Teil des Ganzen steht.
 
Ein postapokalyptisches Szenario zeichnet Max mit der Lesung seines Romananfangs „Neverexist“. Mit sonorer Stimme transportiert er atmosphärisch Gruselmomente in den Saal und produziert bei den Zuschauern Gänsehaut auf den Armen. Danach rundet der Blechbläservortrag von Max an der Tuba, Moritz an der Posaune und Hannah an der Trompete die Lesung der „Youngsters“ ab, um die Bühne den älteren Profis zu überlassen. Brigitte Steckl-Quäl, die Leiterin der Schreibwerkstatt Petri-Villa, zeigt sich begeistert und betont: „Das war bestimmt nicht der letzte gemeinsame Auftritt von Jung und Alt. Das ist ein gelungenes Mehrgenerationenprojekt!“
 
Enen Einblick in die Arbeit der "Kreativ Schreiben AG" erhalten Sie auf der Homepage der Autoren: www.agks2014.jimdo.com

 

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