Kirche in Ober-Ramstadt

Sommersynode des Dekanats Darmstadt-Land tagte in Ober-Ramstadt

Nicht wegen, sondern mit Kindern feiern

Zur Sommertagung der Synode des Evangelischen Dekanats Darmstadt-Land trafen sich die Delegierten am Freitag (10.7.2015) in Ober-Ramstadt. Schwerpunktthemen des Treffens waren eine Bilanz der Arbeit der Dekanatssynode in den letzten fünfeinhalb Jahren sowie der Kindergottesdienst. Dazu gab es einen Impulsvortrag von Pfarrerin Natalie Ende und Beispiele für Kindergottesdienstformen aus den Kirchengemeinden.

 

Es folgten Berichte aus dem Dekanat und von der Synode der Landeskirche. 

"Kinder sind wesentlicher Teil unserer Theologie in den Kirchengemeinden, wir brauchen ihre treffsichere und genaue Intuition", betonte Natalie Ende. Die Pfarrerin ist Beauftragte für Kindergottesdienst (Kigo) der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) im Zentrum Verkündigung und empfahl den Delegierten, "Kindern und deren Sehnsucht Raum zu geben, den Glauben zu entdecken und leben zu dürfen".

Es gebe nicht mehr DEN Kindergottesdienst, sondern viele verschiedene Formen, so Ende, aber kein Patentrezept für das Problem, dass immer weniger Kinder kommen. "Jede Kirchengemeinde muss eigene Wege finden, wie Kinder mit Theologie in Berührung kommen und sie muss Lust an den großen Fragen des Lebens haben und am Bohren".

Aber die Referentin benennt, was als Basis helfen kann: die gemeinsamen Gottesdienste nicht wegen, sondern mit den Kindern feiern. Von Gott her und auf Gott zu die Feier gestalten. Es müsse für die Kinder erkennbar werden, was der Bibeltext meint, also müssten die Betreuer eine Idee entwickeln wie dies Elementare vermittelt werden kann.

Kindergottesdienst - drei Praxisbeispiele

Wie steht es um den Kindergottesdienst in den Kirchengemeinden des Dekanats? Inka Gente, Pfarrerin in Gräfenhausen-Schneppenhausen, hatte als Mitglied des Dekanatssynodalvorstandes (DSV) diese Tagung mit vorbereitet und von ihr kam auch das erste Beispiel. Ein Hahn ist das Symbol für den halbstündigen ,Gottesdienst für die Kleinen", kurz GoKl (Gockel ausgesprochen) in Weiterstadt, der für Kinder im Alter zwischen einem Jahr und fünf Jahren gedacht ist - und auch für deren Eltern. Einmal pro Monat laden Inka Gente und ihr Team am Montagnachmittag  in die Evangelische Kirche ein. Die Kleinen singen einfache Lieder, Gebete werden gesprochen und es gibt immer etwas zum Anschauen und Selbermachen - die Jungen und Mädchen basteln, säen, pflanzen oder setzen auf andere Weise biblische Geschichten kreativ um.

Zwei Mal pro Jahr gibt es einen Bobbycar-Parcour vor der Gräfenhäuser Kirche und einmal im Jahr den Weihnachts-GoKl. Für ältere Kinder bis 12 bzw. 13 Jahre gibt es monatliche KiGo-Angebote, die jeweils sonntagsvormittags in den Gemeindehäusern von Weiterstadt und Gräfenhausen stattfinden.

Über ein solches monatliches Kindergottesdienst-Projekt berichtete auch Pfarrerin Nicola Bültermann-Bieber aus Ober-Ramstadt. Im Gemeindezentrum Eiche treffen sich Mädchen und Jungen sonntagsmorgens parallel zum Gottesdienst für die Erwachsenen. Nach einem liturgischen Beginn verteilen sich die Kinder zwischen vier und zwölf Jahren in die Gruppenräume, wo jeweils altersangemessen gespielt und gebastelt wird.

Zwischen 15 und 25 Kinder kommen zu den Kigos und werden von Ehrenamtlichen - Erwachsenen und Jugendlichen - betreut. Ein jährliches Highlight sei der Wander-Kindergottesdienst mit verschiedenen Stationen, der mit einem Picknick im Bibelgarten ende. Der nächste Kigo finde im Ober-Ramstädter Feuerwehrhaus statt und verbinde die Geschichte vom barmherzigen Samariter mit dem Engagement der Menschen, die bei der Feuerwehr ehrenamtlich aktiv sind.

Der Kindergottesdienst hat eine lange Tradition (110 Jahre) in Nieder-Ramstadt. "Viele der heutigen Mitarbeiter haben früher selbst als Kinder daran teilgenommen", sagte Pfarrer Christoph Mohr. Der Kindergottesdienst findet sonntäglich im Gemeindehaus statt, außer in den Ferien. Fünf Frauen und zwei Jugendliche bilden das Kigo-Team. Die Gruppe trifft sich vierzehntägig, um zwei Kigos für Kinder zwischen vier und 12 Jahren vorzubereiten. Sind es im Frühjahr 10 -20 Kinder, die teilnehmen, kommen nach den Herbstferien 30 und mehr Kinder, um das Erntedankfest vorzubereiten oder das Krippenspiel einzuüben.

In der Kirchengemeinde Nieder-Ramstadt gibt es auch einen Krabbelgottesdienst "Kunterbunt". "Solange die Eltern den Wert für ihre Kinder nicht ermessen können, solange werden sie die Kleinen auch nicht zum KiGo bringen", betonte Gabriele Heckmann-Fuchs, Beauftragte für Kindergottesdienst im Dekanat, in der Andacht. Die Pfarrerin aus Ernsthofen hat schon viele verschiedene Formen ausprobiert, ist beispielsweise mit dem Kigo-Koffer in die Dörfer des weitläufigen Kirchspiels gekommen. "Inzwischen sind wir zur Familienkirche übergegangen, sonntags morgens einmal im Monat", berichtete die Theologin.

Natalie Ende sieht in der Elternarbeit einen wichtigen Anknüpfungspunkt, ermuntert Kirchengemeinden dazu auch Krabbelgottesdienste und Familiengottesdienste zu feiern. Bei Gottesdiensten im Grünen könnten naturnahe,  christliche Rituale eingebunden werden. "Es ist zuweilen leichter an die Naturerfahrungen der Eltern anzuknüpfen als an deren religiöse Erfahrungen", so Ende.

Höhepunkte und tiefe Täler

Was hat diese 11. Dekanatssynode bewegt, die seit 2009 tagt? In Kleingruppen widmeten sich die Delegierten Fragen wie "Was haben wir erreicht? Wie ist die Arbeit in den unterschiedlichen Ausschüssen zu bewerten? Welche Impulse nehme ich mit?" Vorbereitet hatten diesen Tagungsschwerpunkt Inka Gente und Christoph Mohr, stellvertretender Dekan und DSV-Mitglied. Die Beiträge der Kleingruppen werden in den nächsten Wochen intensiv ausgewertet. Wichtig ist dem DSV zu erfahren, was die Delegierten der nächsten Synode "auf den Weg geben" wollen. Dazu wurden auf Plakaten noch einmal Höhepunkte und Tiefpunkte kurz benannt und Wege für die zukünftige Synode aufgezeigt, die sich Anfang 2016 neu konstituiert.

Was augenfällig ist: die Visitation, der intensive gegenseitige Besuch der Kirchengemeinden und der kirchlich getragenen Institutionen in den Dekanaten Darmstadt-Land und Darmstadt-Stadt wurde mehrfach als Höhepunkt benannt, ebenso Themen wie Konfirmandenarbeit oder die Arbeit im gemeindepädagogischen sowie im kirchenmusikalischen Ausschuss.

Positiv wahrgenommen wurde von den Synodalen auch der Stellenplan der Pfarrerinnen und Pfarrer im Dekanat sowie der Stellenplan der Mitarbeitenden im Gemeindepädagogischen Dienst, aber auch die Zukunftswerkstatt.

Mehrfach als Tiefpunkt benannt wurde die von Kirchenleitung und EKHN-Synode per Gesetz verordnete Fusion mit dem Nachbardekanat Darmstadt-Stadt. Unter dem Stickwort "Brücken bauen" notierten Tagungsteilnehmer, den künftigen Synodalen sei ihre Einflussnahme
deutlicher aufzuzeigen, Ideen der Synode sollten stärker in die Kirchengemeinden gelangen und auch über den Stand des Fusionsverfahrens müsste transparent informiert werden.

Dekan Arno Allmann berichtete den Delegierten, dass die Steuerungsgruppe zur Dekanatsfusion getagt habe. Ein Newsletter zu diesem Thema wird vor den Sommerferien an die Kirchenvorstände und die Synodalen versendet, damit höchstmögliche Transparenz entsteht. Auf ihrer Tagung im März hatte die Dekanatssynode eine Resolution verabschiedet, die den Kreisausschuss des Landkreises Darmstadt-Dieburg aufforderte, den Betreuungsschlüssel zu verändern.

Eine Sozialarbeiterin oder ein Sozialarbeiter solle für maximal 80 Flüchtlinge zuständig sein und nicht für 170 Asylbewerber wie es derzeitige Praxis sei. Allmann zitierte aus einem Antwortbrief der Ersten Kreisbeigeordneten Rosemarie Lück, wonach der Personalschlüssel überprüft und gesenkt werden soll. "Die Resolution ist ein Baustein dessen gewesen, was der Kreis entschieden hat", sagte der Dekan. Außerdem werde der Kreis eine halbe Stelle mehrheitlich finanzieren, um Ehrenamtliche zu betreuen und unterstützen, die sich  in der Flüchtlings- und Asylarbeit engagieren.

Resolution fordert Umkehr in der Flüchtlingspolitik

Die Europäische Flüchtlingspolitik beschäftigte auch die Synode der EKHN. Diese hat auf ihrer Frühjahrstagung per Resolution eine Umkehr in der Flüchtlingspolitik gefordert: Dazu gehöre eine umfassende zivile Seenotrettung, legale und gefahrenfreie Wege für Flüchtlinge nach Europa
sowie eine einheitliche, humane Flüchtlingspolitik in Europa mit verbindlichen Mindeststandards, das berichtete Pfarrer Christoph Mohr (Nieder-Ramstadt). Er ist Mitglied dieser Synode der Landeskirche. "Kirche muss in der Mediengesellschaft vertreten sein", zitierte er aus der Rede von
Kirchenpräsident Dr. Volker Jung zur Lage von Kirche und Gesellschaft.

Die Mitglieder der Landessynode haben die flächendeckende Einführung der Doppik auf 2017 verschoben, da Probleme in der Umsetzung bei den Pilotprojekten nicht so schnell zu lösen sind.

Hintergrund
In der Dekanatssynode vertreten die Mitglieder rund 47.500 evangelische Christinnen und Christen aus 19 Kirchengemeinden zwischen Erzhausen und Pfungstadt, Roßdorf und Ernsthofen. Die Dekanatssynode ist das regionale Kirchenparlament des Dekanats. Die Mitglieder sind für eine Periode von sechs Jahren gewählt. Sie bestimmen die inhaltlichen Schwerpunkte und wichtigen Ziele, verabschieden den Haushalt und wählen den Dekan bzw. die Dekanin. Der Vorstand jeder Kirchengemeinde entsendet - abhängig von deren Größe - zwei bis drei Delegierte in dieses Gremium, dem sowohl Pfarrerinnen und Pfarrer, als auch theologische Laien angehören. Die Synode tagt dreimal pro Jahr und ist das "politische" Entscheidungsgremium des Dekanats. So
können die Mitglieder Anträge beschließen, die sie in die Synode der Landeskirche einbringen.

 

Liebe Pizza-Freunde,
Ab sofort biete ich Ihnen glutenfreie Pizza. Ich freue mich
über Ihren Besuch!
Auch zum Mitnehmen!
Telefon: 06167 7788!
__________________________
Ihr PC streikt? Jetzt anrufen!

06154 630 685
PC-Hilfe Rohrbach

__________________________
Zum Rodenstein

Das gemütliche Gasthaus im Odenwald. Fleisch- und Wurstwaren aus eigener Herstellung. 0 61 66 / 278.
___________________________