Musiknachrichten aus Ober-Ramstadt

Weinliederabend mit der Sängervereinigung

Begeistertes Publikum

Von Klaus-Peter Bayer

Mitten im schönen Wein-Monat, am Samstag den 11. Oktober 2014, gab jetzt die Sänger-Vereinigung 1871 Ober-Ramstadt ein stimmungsvolles Konzert in der Stadthalle.

Diesmal wurde unter dem Motto „Frohsinn lacht uns heut“ die Idee umgesetzt, ein Konzert aus dem facettenreichen musikalisch-gesanglichen Repertoire deutscher sowie italienischer Lieder berühmter Weinlagen und aus dem fast unerschöpflichen „Krug“ an Volks-, Rhein-, Liebesliedern, Schlager- und Opern-Liedern zu gestalten.

Erstmals präsentierte der Verein ein solches Konzert als Weinliederabend. Bereichert von den Sängern der Naturfreunde, ausgeschmückt mit Sketchen und abgerundet mit Peter Fischers Unterhaltungs- und Tanzmusik erfüllte die Veranstaltung den Anspruch eines begeisterten Publikums.

Zum gelungenen Auftakt führte der Männerchor der Sängervereinigung im beschwingten Tempo unter Klavierbegleitung der Dirigentin Cornelia Jaronicki mit dem fröhlichen Marsch gleichnamigen Mottos in das gesanglich-musikalische Programm ein.

In seiner anschließenden Begrüßungsrede gab der 1. Vorsitzende der Sängervereinigung, Herbert Hartmann, seine Freude, auch im Namen seines Chorensembles, zum Ausdruck, das abendfüllende Programm mit den Gästen und Liebhabern des Chorgesanges gemeinsam zu verbringen und danach noch etwas feiern zu dürfen.

Hartmann dankte der Gesangsgruppe von den Naturfreunden Ober-Ramstadts, Peter Fischer und dem Drehorgelspieler Claus Klenk für ihre Mitgestaltung. Dankend wandte er sich an die zahlreichen Helferinnen und Helfer, ohne die eine solche Veranstaltung undurchführbar wäre. Zum besonderen Dank verpflichtet seien alle aktiven Mitglieder der Dirigentin Cornelia Jaronicki für ihre professionelle, engagierte Arbeit.

Der Conférencier und aktive Bass-Sänger der Sängervereinigung, Horst Weber, kann es: Mit tragender Stimme, frei, lustig und locker, hier und da mit kleinen witzigen Einlagen gespickt, kündigte er im Laufe des Abends die Auftritte an.

Foto: Sängervereinigung 1871 Ober-Ramstadt

Mit dem sehr bekannten süditalienischen, schnellen und feurig gesungenen Chianti-Lied setzten die Sänger im Tarantella-Rhythmus das Konzert fort. Die komponierte Musik stammt vom Deutschen Gerhard Winkler, dem sehr erfolgreichen Komponisten italienischer Lieder. Der Conférencier kündigt „Das „Lächeln kommt vom Trinken“ an: Es ist ein leicht beschwingtes Lied, Text und Musik von Robert Tappert.

Einem Großteil des Ensembles gelang es, die Mitteilung des Stückes umzusetzen: enthaltsam beim Singen zu lächeln. Umgehend erschallte „Ticino e Vino“ – da wurde der süffige Wein besungen, von Reben aus der herrlichem Tessin. Temperamentvoll, lautstark aber dennoch italienisch fließend intonierte der gemeinsame Chor das Trinklied. Das frische und südländische Temperament erzeugende Vino-Lied erreichte auch die Gäste, was sich in den Gesichter nund im Beifall spendeten Publikum widerspiegelte.

Bevor es in eine kleine Sing-Pause ging, folgte noch eine absolut andere Pause:„Die Mittagspause“, ein Sketch. Bei diesem ist ein kleines „Stückchen“ Amt aufgebaut, jedermann erahnt das Amtstuben-Klima: Der aktive Sänger Werner Schuchmann, in der Rolle des Amtsvorstehers, liegt mit dem Kopf auf der Tischplatte und schnarcht in allen Tonarten … er besitzt einen festen Schlaf und erst nach energischem Wecken seiner Angestellten gibt er zum Besten, dass er doch weiter schlafend die Mittagspause verbringen will. Eine beißende Parodie auf die Beamten.

Die Sängerinnen betraten die Bühne und besingen das immerwährende Thema der Liebe schwungvoll mit dem Foxtrott „Ein bisschen Liebe für mich“ aus dem gleichnamigen Film der 30er Jahre und mit dem Song Lollipop, einem amerikanischen Pop-Schlager aus den Fünfzigern. Die Darbietung kommt bei allen gut an und wurde mit Applaus bedacht.

Horst Weber kündigt nochmals einen Sketch an – einen Monolog, vorgetragen vom aktiven Sänger Helmut Engelmann. Kurz und bündig die Inhaltsangabe: Ein mit einem deutlichen Sprachfehler belasteter Familienvater erzählt von einem Spaziergang zum „Arheiliger Mühlchen“, schildert die mehrmalige Bestellung von Doppen Sießen (Schoppen Süßen) und das sich damit zwangsläufig einstellende Bauchkneipen, was buchstäblich in die Hose ging.

Es war gut geschauspielert … Gestik und Mimik des vom Pech gebeutelten Familienvaters produzierte Schmunzeln und Lachen. Unter Beifall trat Helmut Engelmann von der Bühne.


Foto: Sängervereinigung 1871 Ober-Ramstadt

Aus der Owwerrammschder Chorszene nicht mehr wegzudenken und bei der Sängervereinigung als Sängergruppe immer sehr willkommen: die Boy-Group der Naturfreunde, wie sie der vom Conférencier liebevoll ironisch angekündigte - selbst auch Sangesbruder derselben, sagt er noch einen Sketch an und dankt dem Orgelspieler Claus Klenk für sein Pausenfüllendes Orgel-Spiel.

Bühnenstark, mit Herz und Blut gesungen, nehmen die Akteure der Naturfreunde das Publikum mit ins und durchs alte Berlin mit dem Schlager “Pack die Badehose ein“ und Hildegard Knefs Liebe zu Ihrer Heimatstadt „Ich hab noch einen Koffer in Berlin“. Ohne Unterbrechung, schwungvoll besangen sie aus einem Potpourri aus Liedern und Hits aus Hamburg, Reeperbahns Nachtleben und mit den bekannten Schlagern „In Hamburg sind die Nächte lang“, „Die Rote Laterne“ oder „Das Herz von St. Pauli“ und andere mehr. Begleitet wurden sie von Peter Fischer (Akkordeon) und Helmut Breitwieser (Gitarre).

Die große Pause war jedermann willkommen. Kleine Grüppchen bildeten sich an und um die geschmückten Tische, dem leiblichen Wohl wurde Rechnung getragen und das Gebotene auf der Bühne hier und da Revue passieren lassen.

Nach der großen Pause greift der Frauenchor das immerwährende Thema der Liebe auf: im Programm der Schlager „Can´t help falling in love“ und mit Ausschnitten aus dem Musical „My fair lady“. „ In der Straße wohnst Du“ und „Ich hätt getanzt heut Nacht“. Die große Beifallsbekundung blieb nicht aus.


Foto: Sängervereinigung 1871 Ober-Ramstadt

Für einen Sketch treten zwei Männer auf die Bühne. Zum Plausch kommen sie zusammen – bei einem Glas Wein. Es handelt sich augenscheinlich um Owwerramschder Männer, die Spracheinfärbung und auch die „Batschkappen“ der beiden verraten es. Nun, der Besserwisser, anscheinend gebildeter als der andere, noch nüchtern, der andere einfacher, vielleicht auch natürlicher in seiner Art, schon weinselig schwankend, so wird der Dialog zur beabsichtigten Komödie. So ganz ohne wirkliches Thema stehen sie am Tisch mit Flasche Wein auf der Bühne.

Eigentlich wollten sie Alltägliches, Erlebtes, Informatives und Wissensmäßiges austauschen. „Mein Bruder ist Neurotiker und Steuermann auf der …prompt stellt der Besserwisser richtig, dass der Neurotiker ein Nautiker ist. Im weitere Austausch werden Fremdwörter falsch im richtigen Satz eingesetzt und umgekehrt, oder eine richtige Bezeichnung ergibt keinerlei Sinn …auch steht ein Quartal mit einem Quartett in keinerlei Zusammenhang, klärt der Besserwisse auf.


Hier ein Schmunzeln und da ein Lachen, nachdem der Orthopäde als Astrologe und ein Astrologe als Handschriftendeuter gedeutet wird, ein Dramatiker wird mit Rheumatiker verwechselt usw. Also, der Besserwisser, der ständigen Klarstellung der Inhalte überdrüssig, der andere aufgebracht aber uneinsichtig … so endet der „Plausch“ mit schmerzhaften Beleidigungen. Natürlich gespielt und stets mit Pointen gespickt – so amüsierten und belustigten sich die Gäste.

Als Schmankerl bezeichnete Horst Weber die nachfolgende Darbietung eines Rheinlieder-Potpourris des Männerchores. Mit dem Volkslied „Warum ist es am Rhein so schön“ aus dem Reigen der Rhein- und Weinlieder entführte die Männerriege gesanglich und die Zuhörer in die Vielfalt reizvollen und erhabenen Landschaft des Rheins; er zählt zu den bedeutendsten Flüssen der Welt – so komm es nicht von ungefähr, dass aus dieser Region ein Schatz beliebter Volkslieder hervorgegangen ist.

Unter anderen bringt der Männerchor in angemessener Intonation Heinrichs Heines vertontes Gedicht „Ich weiß nicht, was soll es bedeuten“ zu Gehör. Das rheinische „Walzer-Lied“ soll den Bezug zu den Schiffern geben, die der magisch schönen Jungfrau mit langen blonden Haaren auf dem gleichnamigen Rhein-Felsen sitzend, so verblendet sind, dass so mancher ihrer Kähne am Felsen zerbarsten.

Weitere sehr beliebte Gesänge wie die „Lindenwirtin“, “Rheinmädel“, „Mädel ich bin dir so gut“ und „Lore, leih mir dein Herz“ ließen die Sänger erklingen. Augenscheinlich stieg die Stimmung, da einige Grüppchen an den Tischen zu schunkeln anfingen.

Die Solisten Horst Bergner, Werner Schuchmann, Josef Wagner und Volker Göckel in wechselndem Einsatz mit dem Gesamt-Chor, färbten gesanglich den Reigen der unterschiedlichsten Rheinlieder noch bunter. Im Sologesang erklang von Günter Roth das besinnliche Weinlied „Schütt‘ die Sorgen in ein Gläschen Wein“.

Der gemeinsame Chor begeisterte mit dem von Fred Raymond komponierten Hit aus den Zwanzigern „Ich hab das Fräulein baden sehen“. Eine frivol-pikante Einlage erlebten alle Anwesenden: Der Chor sang und das junge, vom künftigen Ehemann der runden schönen Waden wegen (noch) bewunderte Fräulein Helen, nahm in einer eilends auf der Bühne vor dem Chor aufgestellten Wanne ein Bad. Chor und Dirigentin freuten sich über den frenetischen Beifall der Zuhörer.

Anschließend erklang ein kräftiges und schallendes Trinklied aus Verdis Oper „la Traviata“. Auch die Gäste kamen so richtig in Top-Laune, wurden zum Schunkeln verführt und gar mancher wurde zum Singen animiert.

Nach Jubel und Beifall und lauten fordernden Zurufen nach einer Zugabe, genoss die Gäste-Schar noch den wiederholten Auftritt von Verdis La Traviata.

Gern bedankte sich der 1. Vorsitzende Herbert Hartmann beim Publikum für den Besuch. Der Dirigentin Cornelia Jaronicki und Peter Fischer überbrachte man jeweils ein Präsent als Dankeschön für ihre geleistete Arbeit. Einen besonderen Dank sprach der Vorsitzende dann Horst Weber für seine Auftritte als Mitgestalter beim Sketch sowie als Conférencier aus.

Der Wein-Lieder-Abend war noch nicht zu Ende … Peter Fisches Tanz-und Unterhaltungsmusik ermunterte das eine oder andere Paar noch zum Tanzen und Mitsingen. Weinlaunig kam eine zünftige Stimmung auf – aber, auch der schönste Abend hat sein Ende.

Liebe Pizza-Freunde,
Ab sofort biete ich Ihnen glutenfreie Pizza. Ich freue mich
über Ihren Besuch!
Auch zum Mitnehmen!
Telefon: 06167 7788!
__________________________
Ihr PC streikt? Jetzt anrufen!

06154 630 685
PC-Hilfe Rohrbach

__________________________
Zum Rodenstein

Das gemütliche Gasthaus im Odenwald. Fleisch- und Wurstwaren aus eigener Herstellung. 0 61 66 / 278.
___________________________