Kulturnachrichten aus Ober-Ramstadt

Buchmesse im Ried: Autor aus Ober-Ramstädter Schreibwerkstatt gewinnt Sonderpreis

Heiner Meyer im Gespräch mit Owwer-Ramschd.de – Eigener Bericht

„Ich war von den Socken, als ich erfuhr, dass ich den Sonderpreis auf dem Kurzgeschichten-Wettbewerb erhalten hatte“. Das erzählt uns Heiner Meyer, Mitglied der Schreibwerkstatt in Ober-Ramstadt. Vor kurzem fand in Stockstadt die 14. Buchmesse im Ried statt. Speziell für diese wurde ein Kurzgeschichten-Wettbewerb ausgeschrieben. Aus der Schreibwerkstatt nahmen vier Autorinnen und Autoren teil – und Heiner Meyer überzeugte die Jury mit seinem Zeitzeugenbericht „Ährenlesen und Kartoffelnstoppeln“. Zusammen mit den zwölf weiteren preisgekrönten Kurzgeschichten wird seine Erzählung demnächst im Buch „Lebenslinien“ veröffentlicht. Wir haben uns mit Heiner Meyer unterhalten.

Autor Heiner Meyer freut sich sehr über seine Urkunde, der er auf dem Kurzgeschichen-Wettbewerb erhalten hatte. Später wurde noch gefeiert.

Owwer-Ramschd.de: Herr Meyer, zunächst einmal: Herzlichen Glückwunsch. Worum geht es in Ihrer Erzählung?

Heiner Meyer: Ich schreibe über Erlebnisse aus der Nachkriegszeit. Damals war ich ungefähr zwölf Jahre alt. Meine Familie und ich waren in dieser Zeit aus Darmstadt nach Messel evakuiert worden. Aber: „Trinken Sie gerade Kaffee?“ (Das Interview wurde am Telefon geführt.)

Owwer-Ramschd.de: Nein. Warum?

Heiner Meyer: In meiner knapp siebenseitigen Kurzgeschichte gibt es eine etwas eklige Passage. Meine Frau sagte mir, dass ich sie streichen solle. Aber ich habe den Textabschnitt doch gelassen. Wissen Sie, damals in der Nachkriegszeit hatte fast jeder Würmer, oft im Stuhlgang. Bei meiner Mutter aber kamen sie sogar den Hals hoch. Die Würmer waren häufig so groß wie Regenwürmer. Immer, wenn meine Muter merkte, dass ihr ein Wurm den Hals hoch kroch, rannte sie in den Garten, griff sich in den Hals, zog den Wurm raus und schmiss ihn vor die Hühner. Diese stürzten sich schon darauf.

Als ich meine Geschichte einreichte, hatte ich am Rand vermerkt, dass diese Passage gestrichen werden könne, sollte meine Erzählung zu den Siegergeschichten gehören und im Buch „Lebenslinien“ veröffentlicht werden. Aber die Jury hat den Absatz beibehalten.

Owwer-Ramschd.de: Ab wann wurden Sie über Ihrem Preis unterrichtet?

Heiner Meyer: Im November letzten Jahres habe ich den Text eingereicht. Jetzt im März habe ich erst direkt am Tag der Preisverleihung von der Auszeichnung erfahren. Einige Teilnehmer/innen aus der Ober-Ramstädter Schreibwerkstatt – dazu gehörte auch ich – fuhren an diesem Tag nach Stockstadt. Zunächst wurden dort die Inhaltsangaben der prämierten Geschichten vorgelesen, noch bevor dann die Sieger bekannt gegeben worden sind. Und ich dachte schon: Das kommt mir doch bekannt vor.

Owwer-Ramschd.de: Die Überraschung war also groß.

Heiner Meyer: Ja, das war schon ein schönes Gefühl. Abends haben wir noch was zusammen gegessen und am darauf folgenden Mittwoch – wir treffen uns immer mittwochs in Ober-Ramstadt in der Schreibwerkstatt – haben wir noch ein bisschen gefeiert. Es gab Salat und Sekt.

Owwer-Ramschd.de: Waren die anderen Mitglieder der Schreibwerkstatt etwas traurig, weil sie beim Wettbewerb nichts gewonnen hatten?

Heiner Meyer: Ach nein. Dort freut sich jeder für den anderen.

Owwer-Ramschd.de: Was lesen Sie denn selbst am liebsten?

Heiner Meyer: Selbst erlebte Geschichten, also keine Fiktion. Mein Lieblingsbuch ist „Das vergessene Dorf“ von Theodor Kröger.

Owwer-Ramschd.de: Welches war bisher Ihr größter literarischer Erfolg, außerhalb der Buchmesse?

Heiner Meyer: Ich habe ein Kinder- und Jugendbuch veröffentlicht und früher auch sehr viel für eine Zeitung fotografiert. Zu fotografieren ist mein Hobby. Außerdem habe ich einmal ein Riesen-Kreuzworträtsel mit über 10.000 Quadraten hergestellt. Das Rätsel wurde in der Weihnachtsausgabe des Flensburger Tageblatts veröffentlicht.

Owwer-Ramschd.de: Viele Autoren brüten über ihren Texten. Was ist für Sie das Schwierigste am Schreiben?

Heiner Meyer: Das Schwierigste ist, nach Fertigstellen der Texte diese auch zu veröffentlichen und einen Verlag zu finden.

Owwer-Ramschd.de: Sie haben Ihren Zeitzeugenbericht „Ährenlesen und Kartoffelnstoppeln“ in nur zwei Stunden verfasst. Schreiben Sie schon wieder an einer neuen Geschichte?

Heiner Meyer: Ja, ich plane ein Buch über Farben.

Owwer-Ramschd.de: Dann wünschen wir Ihnen viel Spaß beim Schreiben. Vielleicht können wir ja hier mal ein paar Auszüge aus dem Buch veröffentlichen.

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