Kulturnachrichten aus Ober-Ramstadt

Lyrik in der Scheune

Ein Abend mit Ilse Dutz, Erika Hallmeyer, René Possél, Brigitte Steckel-Quäl und Michael Partheil

Bericht von Karin Steinmetz – Gedicht von Brigitte Steckel-Quäl

Im Scheunensaal der Hammermühle wurde am Mittwoch (17. März) eine besondere Veranstaltung geboten: Lyrik und Musik. Eingeladen hatten die Stadtbücherei und Bücher-Blitz. Auch Stadträtin Ursula Pullmann war anwesend. Gast auf dieser Veranstaltung war ebenfalls Karin Steinmetz, die der Ober-Ramstädter Schreibwerkstatt angehört. Sie schickte uns folgenden Artikel.

Etwa 80 Besucher kamen und genossen – auch den italienischen Wein

Bei der Veranstaltung „Lyrik in der Scheune“ lasen Brigitte Steckel-Quäl, Erika Hallmeyer, Ilse Dutz und René Possél selbst verfasste Texte. Untermalt wurden die Beiträge mit Gitarrenmusik, dargeboten von Michael Partheil. Zusätzlich bot sich die Gelegenheit einer Verköstigung italienischer Weine. Herr Gepperth von Bücher-Blitz freute sich über die gute Resonanz, konnte er doch ca. 80 Zuhörer/innen begrüßen, die trotz des noch unangenehmen spätwinterlichen Wetters gekommen waren. Das Programm wurde in zwei Abschnitte gegliedert: Während im ersten Teil das Besinnliche im Vordergrund stand, kam nach der Pause das Heitere und Witzige zu seinem Recht.

Brigitte Steckel-Quäl eröffnete den Reigen

Den Reigen der Vortragenden eröffnete Brigitte Steckel-Quäl mit Gedichten aus ihren Lyrikbänden. Erika Hallmeyer begann mit Mundartgedichten. Ilse Dutz versuchte, den Frühling mit Frühlingsgedichten herbeizuaubern – und das in waschechtem „owwerrämschterisch“.

René Possél schließlich, der aus dem Rheinland stammt, machte gleich darauf aufmerksam, dass er mit Mundartgedichten nicht dienen kann. Da er auch als Trauerredner tätig ist, trug er Gedichte über den Friedhof und die Sterblichkeit vor. Für den größten Teil der Zuhörerschaft dürften seine nach japanischem Muster verfassten Haiku-Gedichte neu gewesen sein. Sie wurden gefühlvoll von Michael Partheil mit der Gitarre begleitet.

Lachen und Schmunzeln im heiteren Teil

Nach der Pause begann der heitere Teil des Abends. Es gelang den Autoren, die Zuhörer zum Lachen und Schmunzeln zu bringen. Beim Publikum kam bis zur letzten Minute keine Langeweile auf. Es bedankte sich bei den Akteuren mit herzlichem Beifall.


Für alle, die nicht beim Lyrik-Abend dabei sein konnten, veröffentlichen wir hier ein Gedicht von Brigitte Steckel-Quäl. Sie trug das Gedicht am Mittwoch vor und löste große Heiterkeit aus:


Opfer der Rationalisierung

Von höherer Warte wurde bestimmt,

das Lexikon zu überdenken.

Man wollte also die Namen der Tiere

buchstabenmäßig beschränken.


Die Tiere sahen das so oder so;

ihren Namen verändern zu müssen,

fanden einige wirklich total amüsant,

doch die anderen fanden's be - scheiden ...


Mir ist es egal, was ihr hier so treibt,

bemerkte strahlend der Geier,

wenn man mir den Anfangsbuchstaben nimmt,

so bleiben doch schließlich die Eier.


Ich kann euch nur sagen, auch mir ist es wurscht,

erklärte nun lachend der Stier,

wenn man mir den Anfangsbuchstaben nimmt,

so bleibt ja dennoch das Tier.


Auch ich kann nur sagen, ich finde es toll,

sagt lässig grunzend das Schwein,

wenn man mir die Anfangsbuchstaben nimmt,

so bleibt doch ein köstlicher Wein.


Ich finde das doof, was soll das denn nur?,

schnaubt wütend und schrill die Giraffe,

wenn man mir die Anfangsbuchstaben nimmt,

dann bleibt leider nur noch ein Affe.


Am meisten jedoch jammert weinend der Barsch:

Ihr bringt mich noch um den Verstand!

Wenn ihr mir den Anfangsbuchstaben nehmt,

begehe ich Selbstmord an Land ...


Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung von Brigitte Steckel-Quäl.


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